2011
04.12

Das Ökosystem Auwald, insbesondere der Leipziger Auenwald, ist bedroht die Argumente wurden vielfach schon dargestellt und ausgetauscht. Insbesondere der Ökolöwe hat sich hier wiederum verdient gemacht. Alles weitere unter: http://www.oekoloewe.de/Auwald_aktuell.html

Die Aufgabe bestand mithin darin kurzfristig aktiv zu werden und eine Kampagne zum Thema zu initiieren. Dies soll mit der vorliegenden Postkarte gelingen. Die Frontseite, in der Gestaltung von http://revolter.info ist dabei fast schon ein wenig zu altmodisch gehalten und greift auf den beliebten, hier aber passenden Bezug, zur Trauerschleife zurück. Die Rückseite macht den Adressaten der Aktion deutlich. Denn bis zum Herbst ruhen die Arbeiten und spätestens jetzt sollte allen daran gelegen sein, ein zukunftsfähiges vor allem aber nach nachhaltig ökologisches Hochwasserschutzkonzept zu entwickeln. Sollten die bislang angekündigten Maßnahmen durchgeführt werden, droht das einmalige Auensystem Leipzigs irreparablen Schaden zu nehmen. Schon jetzt ist das Wasserregime gestört.

Die Aktion soll eine einfache Möglichkeit darstellen um Bürger für ihren Wald zu sensibilisieren und eine Möglichkeit geben ihren Unmut Ausdruck zu verleihen. Am Wochenende wird dazu eine Protestaktion durchgeführt. Alles weitere zur Aktion dann in den kommenden Tagen.

Posted via email from Jürgen Kasek

2011
04.11

Plakat Tschernobyl

Plakat_tschernobyl_05

Ganz nebenbei möchte ich noch auf die hervorragende Arbeit von http://revolter.info zum Thema 25 Jahre Tschernobyl hinweisen. Die Aufgabe bestand darin, ein Plakat zu konstruieren, das die aktuellen Geschehnisse reflektiert und gleichzeitig die Brücke in die Vergangenheit schlägt. Im Ergebnis gelingt dies dadurch, dass der Hintergrund, weiß mit rotem Kreis in der Mitte, an die japanische Flagge erinnert während im Vordergrund zwei Männer in Strahlenschutzanzügen und Geigerzähler erscheinen. In der Bildmitte – ein schon fast klassischen anmutendes Motiv des havarierten Reaktors in Tschernobyl. Auch die textliche Gestaltung ist nach einiger Abstimmungszeit, insbesondere darüber welches Wort genommen werden soll, gut gelungen.

Insgesamt eine überzeugende Bildkomposition zum Thema.

Posted via email from Jürgen Kasek

2011
04.11

Rede Mahnwache Woche 4

Mahnwache 4. Woche, Atomkraftwerke abschalten

Ein Monat ist seit dem 11.03.2011 vergangen. Ein Monat, indem sich für einen kurzen Moment die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf Japan richtete und Anteil nahm an dem Schrecken, den erst das Erdbeben mitsamt Tsunami und dann die Reaktorkatastrophe in Fukushima brachten.

Erst am vergangenen Donnerstag gab es erneut ein schweres Nachbeben. Wieder starben Menschen und wieder kam es zu Problemen in japanischen Atomreaktoren. Und auch vor wenigen Stunden ist es in Japan zu einem erneuten Beben gekommen und wieder setzten im havarierten Reaktor von Fukushima I die Pumpen aus, wieder traten Probleme auf.

Auch wenn diesmal durch die neuen Beben weitere nukleare Katastrophen bislang ausgeblieben sind, so ist doch klar und wird immer klarer, dass es keine Sicherheit geben kann. Daher kann die Schlussfolgerung nicht sein, dass nur die Reaktoren sicherer gemacht werden müssten, um die Technik sicher zu machen.
Bislang sind die Folgen des Reaktorunglücks relativ begrenzt. Erste Schätzungen gehen davon aus, dass in Fukushima bis jetzt etwa ein Zehntel des radioaktiven Materials freigesetzt wurde, das beim Tschernobyl-Unglück 1986 in die Umwelt gelangt war. So schreibt Die Zeitung „Spektrum der Wissenschaft“:

„Günstige Winde haben das meiste davon hinaus auf den Pazifik geweht. So gab die österreichische Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien letzte Woche bekannt, dass sich radioaktive Isotope aus Fukushima mittlerweile über die gesamte Nordhalbkugel verteilt haben – insgesamt gingen außerhalb Japans jedoch nur vernachlässigbare Mengen an Radionukliden wie Jod-131 und Zäsium-137 nieder. Beide Isotope bilden den größten Teil der "radioaktiven Wolke". Von Tschernobyl aus breitete sich dagegen der Fallout über große Teile Europas aus.

ZAMG

Aus den beschädigten Reaktoren von Fukushima gelangen jedoch immer noch radioaktive Elemente in die Umwelt. Auch wenn es gelingt, diese Emissionen zu stoppen, die langfristigen Folgen für Japan hängen vor allem davon ab, welche und wie viele radioaktive Isotope an Land niedergehen. Besonders die Zäsium-137-Konzentration entscheidet wesentlich darüber, welche Gebiete zukünftig erst einmal nicht mehr bewirtschaftet oder bewohnt werden dürfen: Das Isotop besitzt eine Halbwertszeit von 30 Jahren.


Am letzten Sonntag meldete die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA), dass in 16 von Japans 47 Regierungsbezirken täglich weniger als 860 Becquerel pro Quadratmeter (Bq/m2) Jod-131 und rund 100 Bq/m2 Zäsium-137 niedergingen – zum Vergleich: Nach Tschernobyl gingen in Teilen Süddeutschlands bis zu 100 000 Bq/m2 Radionuklide nieder. Zwischen dem 18. und dem 25. März hatte sich zudem in 28 Bezirken die Radioaktivität nicht erhöht, wie die IAEA weiter berichtet. Unmittelbar nordwestlich von Fukushima, in der Präfektur Yamagata, maß die Behörde jedoch eine deutlich stärkere Kontamination: 7500 Bq/m2 Jod-131 und 1200 Bq/m2 Zäsium-137 – beides übersteigt weit die maximalen Grenzwerte für den Anbau von Blattgemüse. Für Fukushima selbst lagen noch keine Ergebnisse vor, doch kann man dort ebenfalls hohe Strahlendosen erwarten.“

Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO kommt ihren Pflichten einer umfassenden Information und Aufklärung nicht nach. Der Grund ist ein Abkommen mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) aus dem Jahr 1959, nach dem die WHO in Atomfragen nicht ohne die Zustimmung der IAEA veröffentlichen darf. Wieder einmal wird die Macht der Atomlobby deutlich. Eine Macht, der wir uns entgegenstellen.

Der radioaktive Zerfall wird mit der Halbwertszeit gemessen und beschrieben. Es gibt physikalische, biologische und politische Halbwertszeiten – die politischen Halbwertszeiten sind die kürzesten.

Vier Wochen nach dem Beginn der Katastrophe hat sich auch die Debatte in Deutschland gewandelt. Nach dem Schrecken und der Erklärung den Atomausstieg jetzt angehen zu wollen, folgt inzwischen der ideologische Rückzug.

Schon haben die AKW-Betreiber erklärt, kein Geld mehr in den Öko-Fonds zahlen zu wollen. Schon hat RWE Klage gegen das Moratorium eingereicht und auch die zunächst kleinlauten Kernkraftfans von CDU und FDP wagen sich wieder in die Öffentlichkeit.

Vor zwei Wochen hätten es RWE, ENBW, EON und Vattenfail nicht gewagt die Zahlungen an den Öko-Fonds einzustellen. Nur zwei Wochen später gewinnen die Monopolisten des Untergangs wieder Hochwasser und kämpfen um ihre Profite.

Auch die Politik hat sich gewandelt. Noch eben hat der FDP Generalsekretär Christian Lindner erklärt, dass Schluss sein müsse mit der Atomkraft, nunmehr erklärt er ein sofortiges Ende wäre unmöglich. Volker Kauder, Fraktionschef der CDU/CSU im Bundestag, warnt vor einem Atomausstieg Hals über Kopf.

Am dreistesten ist die Wende in der sächsischen FDP, die noch vor der Verlängerung der Laufzeiten durch ihren Wirtschaftsminister Morlok erklären ließ, dass das Energiekonzept und die Förderung der Atomkraft Gift für die heimische Braunkohle wäre. Nach Fukushima und der zweifachen Kehrtwende des FDP Generalsekretärs erklärt der FDP Landesvorsitzende, dass man unbedingt an der Kernkraft festhalten müsse und die Nachwuchsorganisation der FDP organisiert Fahrten in heimische AKWs, um die Sicherheit zu beweisen. Eine Sicherheit, die sich in Zwischenfällen auch in Deutschen AKWs jeden Tag realisiert. Die sächsische Landesregierung hat offenbar überhaupt keine Probleme damit, wenn der tschechische Reaktor von Temelin, der nicht einmal ansatzweise den laufenden Sicherheitsstandards entspricht, ausgebaut werden soll.

Und alle hoffen sie, dass die öffentliche Aufmerksamkeit zerfällt, dass es wieder andere Themen sind, die die Menschen bewegen. Aber es kann und wird keine Rückkehr mehr geben.


Als Bündnis gegen Atomkraft, als Teil der weltweiten Anti-Atomkraft Bewegung erklären wir, wir werden euch den Rückweg abschneiden. Für Atomkraft und ihre Befürworter wird es kein sicheres Hinterland mehr geben.

http://revolter.info

http://antiatom.wordpress.com

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Posted via email from Jürgen Kasek

2011
04.11

Rede zum Thema Auwald Leipzig

Liebe FreundInnen und Freunde,

mit unserem Leitantrag zur heutigen MV wollen wir uns mit einem Thema beschäftigen und auseinandersetzen, von dem man annehmen müsste, dass es eigentlich in einer Stadt wie Leipzig kein Thema mehr sein sollte- mit dem Auwald. Mit einem Gebiet, dass Europaweit in seiner Art einmalig ist, dass Leipzig weit stärker prägt als die wirren Ideen von einem Logistikstandort oder eine Sportstadt. Und dennoch handelt es sich um ein Thema, dass mitunter ein Nischendasein fristet und wir stellen fest, dass der Auwald gefährdet ist.

Man sollte annehmen, dass es ein Bewusstsein dafür gibt, was dieses Stück Natur für die Stadt bedeutet. Verfolgt man die lebhaften Diskussionen und Proteste der Bürger der Stadt sobald im Frühjahr wieder Maßnahmen des Stadtforstes durchgeführt werden und Bäume entnommen werden, könnte man zum Schluss kommen, dass es dieses Bewusstsein auch in der Stadtverwaltung gibt.

Aber betrachtet man dann die andere Seite, die Seite der Stadtverwaltung und der bestehenden Verfahren, gerät man in Zweifel. Gerät man in Zweifel darüber, ob es begriffen wurde, welch Juwel in Leipzig existiert.

Und das betrifft nicht nur das Verfahren zum Thema RB Leipzig, welches uns Sorgen macht, dass betrifft auch die Art und Weise wie Probleme innerhalb der Stadtverwaltung kommuniziert werden.

Wenn der Umwelt- und Ordnungsbürgermeister Herr Rosenthal bei der Ansiedlung von RB Leipzig, äußert, dass hier eine einmalige Chance für die Sportstadt Leipzig liege, dann verwundert uns das nicht nur, dann verärgert uns das. Denn so wichtig und richtig wie Ansiedlungen für den Standort auch sein möge, so gehört doch Klarheit dazu zu erkennen, dass Leipzig keine Sportstadt mehr ist und eine Bebauung im Auwald im Mindestmaß gründlichste überprüft werden muss. Aber dazu erfolgten zunächst keine Äußerungen.

Und noch etwas verwundert uns an dieser Stelle, dass die Umweltverbände in Leipzig offenbar ein nicht allzu hohes Ansehen genießen.

Anders ist es nicht zu erklären, dass die Förderung der Umweltverbände marginal ist und die Verbände regelmäßig erst dann unterrichtet und einbezogen werden, wenn die Beschlüsse in der Stadtverwaltung schon gefasst wurden. Gerade aber das Beispiel Stuttgart 21 hat gelehrt, dass die formellen Beteiligungsverfahren eben nicht ausreichen um echte Beteiligung herzustellen und einen demokratischen Konsens zu erreichen. Und so verwundert es dann doch, wenn der Umweltbürgermeister auf einer Pressekonferenz konstatiert es wäre sinnvoller gewesen die Umweltverbände und Bürger frühzeitiger mit in das Verfahren (RB Leipzig) einzubinden. Denn die Forderungen genau dies zu tun, besteht nicht erst seit gestern.

Worum es uns aber eigentlich geht ist es, dass Thema wieder stärker im öffentlichen Bewusstsein zu verankern und gemeinsam mit Bürgern und Verbänden in die Diskussion einzutreten, wie wir den Auwald zukünftig stärker schützen und entwickeln können.

Und dabei vertreten wir keinen umweltpolitischen Fundamentalismus.

Aber, und das ist der erste Punkt unseren Antrags, wir verstehen nicht, warum in Leipzig, einer Stadt die auch im innerstädtischen Bereich über ausreichend Brachflächen verfügt immer wieder Bauverfahren am oder im Auwald ausgeschrieben werden.

Und wir verstehen schon gar nicht warum, dann die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen nicht für den Schutz des Auwaldes eingesetzt werden.

Dass heißt wir legen hier einen Kriterienkatalog vor, welches die Bedingungen sind, nach denen überhaupt nur im Einzelfall überhaupt eine Bebauung möglich ist.

Aber an einer Stelle sagen wir es auch ganz deutlich, Straßenbauvorhaben im Auwald wird es mit uns nicht geben, darf es nicht geben. Wer immer noch Straßen bauen will um Verkehrsprobleme zu lösen, der hat nichts begriffen, der verschließt sich den seit mehr als 20 Jahren geführten Debatten.

Und auch beim Thema Hochwasserschutz vertreten wir eine andere Meinung. Vertreten wir eine dezidiert andere Meinung als der sächs. Umweltminister mit seinem Tornado Erlass und seine willfährigen Helfer der LTV.

Denn wenn jetzt aktuell mehr als 4500 Bäume im Auwald gefällt werden um einen technisch verstandenen Hochwasserschutz umzusetzen, dann ist das eine ökologische Katastrophe. Wenn damit argumentiert wird, dass 150 Jahre alte Eichen die Standsicherheit gefährden, dann wird deutlich, dass die Denkfähigkeit im Ministerium nicht nur gefährdet sondern offensichtlich schon irreparabel geschädigt ist.

Dass es auch anders gehen kann, beweisen Beispiele aus Brandenburg. Dort wird versucht Deiche zurückzusetzen und dem Hochwasser dort zu begegnen, wo es auftritt am Oberlauf der Flüsse.

Und ganz nebenbei haben wir mit dem Auwald ein natürliches Überschwemmungsgebiet. Deiche die nichts schützen, werden nicht gebraucht. Und wer im Überschwemmungsgebiet Bauflächen ausweißt und baut, der darf sich nicht wundern, wenn irgendwann erst der Keller und das restliche Haus volllaufen.

Wir sagen ja zum Tourismus, weil wir der Meinung sind, das der Mensch nur das bewahren kann über das er Kenntnis erlangt, dass er begreift. Aber wir sagen ganz klar nein zu einem Tourismus, der die Natur als Ware begreift, ausbeutet und letztlich zerstört. Und deswegen sagen wir auch, ja wir wollen und können uns Tourismus vorstellen, aber wer davon träumt, vom Cospudener See mit dem Motorboot quer durch den Auwald zu düsen, der hat nicht nur den Schuss nicht gehört, der hat auch nichts begriffen. Denn die Anziehungskraft des Auwaldes liegt maßgeblich auch darin begründet, dass er, obwohl jedes Jahr Eingriffe stattfinden und stattfinden müssen, an vielen Stellen Naturbelassen wirkt. Was wir daher brauchen ist ein naturnaher aber vor allen Dingen naturverträglicher Tourismus.

Und dabei sind wir durchaus der Meinung, dass gerade im touristischen Bereich noch unerschöpfte Potentiale liegen. Denn zu einer Kulturstadt Leipzig, gehört auch der Umgang mit ihren Kulturgütern, mit ihrem Schatz Auwald.

Posted via email from Jürgen Kasek

2011
04.11

Am 14.04.2011 um 19:00 Uhr informieren Vertreter von Bündnis 90/ Die Grünen (Johannes Lichdi, MdL Sachsen), vom Chaostreff Leipzig (Florian Rämisch) und dem AK Zensus (Jens Kubieziel) in der Kreisgeschäftsstelle der Grünen (Hohe Str. 58) über den Zensus 2011.

Am 9. Mai 2011 führen die statistischen Ämter von Bund und Ländern eine Bevölkerungs-, Gebäude- und Wohnungszählung, den sogenannten „Zensus 2011“ durch. Dieser Zensus ist Teil einer allgemeinen europäischen Richtlinie, nach welcher in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union amtliche Zählungen der jeweiligen Bevölkerung, von Gebäuden und Wohnungen durchzuführen sind. Der in der Bundesrepublik Deutschland 2011 durchgeführte Zensus folgt den europäischen Richtlinien und geht über diese sogar hinaus. Mit dem Zenusvorbereitungsgesetz 2011 (ZensVorbG 2011) vom 8. Dezember 2008 und dem Zensusgesetz 2011 (ZensG 2011) vom 8. Juli 2009 wurden die Weichen für den „deutschen Zensus 2011“ bereits gestellt.

Doch was könnte an einem von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen  Volks-und Wohnungszählung problematisch sein? Besonders in Zeiten wie heute, wo sehr viele Deutsche durch soziale Netzwerke, Blogs und Homepages ihre Privatperson im Internet öffentlich machen? Die letzte Volkszählung 1987 stieß noch auf großen Widerstand. Heute hingegen, im Jahr 2011 weiß fast niemand, dass eine neue Volkszählung stattfindet. Auch ist dieser Zensus anders, es werden mehr Daten erhoben, als durch die EU-Richtlinie vorgeschrieben ist, nämlich z.B. Informationen über die Religionszugehörigigkeit. Wieso werden diese Daten zusätzlich erhoben und was kann der Staat daraus ziehen? Und wieso werden diese Daten bis zu 4 Jahre gespeichert? Zusätzlich verlangt die neu eingeführte Wohnungszählung von Vermietern detaillierte Auskunft über ihre Besitztümer und auch über ihre Mieter. Und das, ohne dass die Mieter davon erfahren.

„Der hier vorgenommene Eingriff in die Privatsphäre ist besorgniserregend“, kritisiert Jürgen Kasek, Vorstandssprecher der Kreisverbandes den Zensus.

Was spricht dagegen, dass der Wohnungseigentümer seinen Mieter selbstständig informiert? Wie kann man sich gegen die direkte Befragung wehren? Fakt ist: bei Verweigerung der Auskunft droht ein Bußgeld! Auch hier können Spendentöpfe den Unbill abfedern. Nutzen Sie Ihr Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung. Der erste Schritt dorthin ist Ihr Wissen über Aktionen des Staates, die auch Sie betreffen.

Deswegen laden wir alle Interessierten recht herzlich zur Veranstaltung ein.

Jürgen Kasek, Vorstandssprecher

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2011
04.05

Rede Mahnwache 4.4. Leipzig, Japan

Die Fukushima-Ticker sind ausgeschaltet, die Schlagzeilen haben sich verändert. Die Flut an Nachrichten hat uns von der Reaktorkatastrophe hinweggetrieben. Wir sind weniger geworden, der Schrecken hat nachgelassen, ist dem Gleichklang gewichen. Dem Gleichklang einer zunehmenden abgestumpften Welt, in der wir nur noch Konsumenten sind. Wir dürfen und können dennoch nicht vergessen was geschehen ist. Zu groß sind die Auswirkungen der Explosionen in Fukushima, die vor zwei Wochen live auf allen Kanälen zu sehen waren.
Die Zeitrechung ist seit dem 11.03.2011 eine andere.

11. März (Tag 1)
14:46 Uhr: Japan wird im Nordosten vom schwersten Erdbeben seiner Geschichte erschüttert. Kurz darauf folgen zwei bis zu 23 Meter hohe Flutwellen.

Die Nachrichtenlage aus Japan, sie bleibt bedrohlich. Inzwischen wissen wir, dass es über 11.500 bestätigte Tode gegeben hat, während 15.000 weiterhin als vermisst gelten. Durch das Beben wurden Fabriken zerstört, durch Schäden an Atomkraftwerken kam es zu Engpässen in der Stromversorgung, wodurch wiederum Produktionsketten unterbrochen wurden. Die Menschen in Japan ? ihnen bleibt nichts anderes übrig als die Angst zu ertragen.

12. März (Tag 2)
14:00 Uhr: Die Atomsicherheitsbehörde teilt mit, dass in Fukushima I möglicherweise eine Kernschmelze begonnen habe. Eine Stunde später kommt es zu einer ersten Wasserstoffexplosion im Reaktorblock 1, bei der das Dach und die Wände zerstört werden, wodurch auch Arbeiter verletzt wurden. Die Strahlenwerte in der Umgebung beginnen laut Angaben der Regierung zu steigen.

Der Betreiber des Atomkraftwerkes in Fukushima dokumentiert seine Hiflosigkeit. Die Versuche mittels Wasserwerfern die Brennelemente zu kühlen, wirkt hilflos. 11.500 t kontaminiertes Wasser sollen kontrolliert in den Ozean abgelassen werden, mit einer Strahlenbelastung, die hundertfach über den zulässigen Wert liegt. Im Reaktor zwei ist ein Leck in einem Kabelschacht entdeckt wurden. Die Versuche das Leck mittels Beton, Sägespänen und Zeitungspapier zu schließen, sind gescheitert. Selbst die japanische Regierung räumt ein, dass die Behebung aller Schäden und die Verschließung aller Lecks noch Monate dauern kann. Der Betreiber TEPCO plant inzwischen die weniger havarierten Meiler wieder ans Netz zu nehmen. Es sind Nachrichten, die uns fassungslos machen, die uns ungläubig ob des Wahnsinns zurücklassen.

14. März (Tag 4)
Gegen Mittag ereignet sich erneut in dem Katastrophen-AKW eine Wasserstoff-Explosion, diesmal in Reaktor 3. Wieder werden Menschen verletzt.
Ein erster Versuch, den Reaktor 2 mit Meerwasser zu kühlen, ist fehlgeschlagen.
Am Abend räumt der japanische Regierungssprecher Edano ein, dass in drei Reaktoren Kernschmelzen drohen. Außerdem sei im Areal um das AKW erhöhte Radioaktivität festgestellt wurden.
(Anm. d. Verf.: man beachte den Widerspruch!)

Wir stehen hier, weil wir mahnen wollen, weil uns das Geschehene schmerzhaft die Fehlbarkeit des Menschen vor Augen führt. Und wir stehen hier, weil wir den Eindruck haben, dass nicht die richtigen Schlussfolgerungen aus der Atomkatastrophe gezogen werden.

Nach Meinung des Direktors der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) stellt die japanische Atomkrise eine große Herausforderung dar und wird enorme Folgen für die Atomkraft haben. Die Weltgemeinschaft könne nicht wie bisher weitermachen, es müsse mehr für die Erhöhung der Sicherheit von Atomkraftwerken getan werden, um das Risiko zukünftiger Katastrophen wie in Fukushima-Daiichi zu verringern, sagte IAEA-Direktor Yukiya Amano am Montag.

Dass es ausreiche, die Sicherheitsstandards zu erhöhen, um AKWs vor unvorhergesehenen Beben in einer von Erdbeben hochfrequentierten Region zu sichern, kann nur als reiner Zynismus abgetan werden.

27. März (Tag 17)
Tepco meldet, im Wasser des Reaktors 2 sei die Radioaktivität auf einen Wert von zehn Millionen Mal über normal (Anm. d. Verf.: bez. auf Meerwasser) gestiegen. Kabinettssekretär Yukio Edano sagte, das extrem radioaktiv verseuchte Wasser stamme ?nahezu sicher? aus einem Reaktorkern, wahrscheinlich durch einen Riss in der Schutzhülle.

Bislang herrschte auch in Japan der Glaube vor, dass Mensch nicht ohne den Strom aus der Atomkraft leben kann. Gerade das Verhältnis zwischen Politik und der Atomwirtschaft scheint ein inniges zu sein. So schreibt die Süddeutsche Zeitung:

Den Atomkonzernen kam zudem ein spezielles Verhältnis einiger japanischer Wirtschaftszweige zur Politik zugute: Hohe Beamte können damit rechnen, nach ihrer Pensionierung von Firmen, die sie zuvor überwacht haben, hochbezahlte Berater-Jobs zu erhalten. “Amakudari” heißt diese institutionelle Korruption, “vom Himmel gestiegen”. Doch anders als die parastaatliche Kernenergie können die von der Privatwirtschaft entwickelten Alternativ-Energien kaum Amakudari-Jobs anbieten. Deshalb sind ihre Konzepte für Beamte unattraktiv. Bei Windenergie hinkt das windreiche Japan sogar den USA hinterher. Weltweit wird derzeit zwei Prozent des Stroms aus Wind gewonnen, in Japan nur 0,4 Prozent.

Der Ausbau von alternativen Energien, er hat in Japan noch nicht einmal begonnen, weil die Atomwirtschaft diesen bewusst verhindert hat.
Erst am 28. März, dem Tag 18 der Katastrophe, räumt die japanische Regierung eine Kernschmelze in Reaktorblock 2 ein. Diese habe wahrscheinlich schon kurz nach dem Tsunami begonnen.
Zum ersten Mal wurde am Montag auch außerhalb des Gebäudes von Reaktor 2 stark radioaktives Wasser entdeckt. In mehreren Kontrollschächten eines unterirdischen Kanals, der aus dem Turbinengebäude des Reaktors hinausführt, habe sich verstrahltes Wasser angesammelt, teilte ein Tepco-Sprecher mit. Die Radioaktivität betrage 1000 Millisievert pro Stunde.

Tage sind seitdem vergangen. Tage in denen der Zynismus zugenommen hat. Auch wir tragen eine Verantwortung. Jeder einzelne von uns.
RWE hat inzwischen eine Klage gegen die Abschaltung von Biblis I eingereicht. Die Bundesregierung hat nach wie vor keine überzeugende Antwort vorgelegt.
Eine Antwort die wir kennen. Eine Antwort, die wir – anders als die Apologeten der Atomkraft – auch mit den besseren Argumenten zu unterfüttern wissen. Eine Antwort die nur sein kann ?
Abschalten.

Posted via email from Jürgen Kasek

2011
04.01

"Braunkohleverstromung – Brauchen wir das?"

Seminar mit Christian Breyer am 06.04.2011

Sowohl regional wie auch international stellt die Braunkohle einen wichtigen Energieträger dar, welcher zur grundlegenden Energieversorgung herangezogen wird. Angesichts der Atomreaktorkatastrophe in Japan und der entschlossenen Forderung von deutschen Umweltverbänden, Initiativen und Parteien, alle Atomkraftwerke in Deutschland abzuschalten, wird von der Regierung das Argument einer Renaissance der Kohleverstromung hochgehalten, um die Energieversorgung Deutschlands zu sichern. Dabei ist Kohle der klimaschädlichste Energieträger. Aber er gilt als billig und ist weitreichend vorhanden.

In seinem Seminar stellt Christian Breyer die Braunkohleverstromung vor und geht hierbei besonders auf die (energie)-wirtschaftliche Bedeutung dieses umstrittenen Energieträgers ein. Neben der finanziellen Ökonomie werden auch die Emissionen der Braunkohleverstromung und deren Wirkung bedacht.

In den letzten Jahren wurden bereits viele Kraftwerke gebaut, so dass Deutschland derzeit Überkapazitäten von 13.000 Megawatt aufweist. Das ist weit mehr als die Leistung der seit letzter Woche acht abgeschalteten ältesten Atomkraftwerke in Deutschland. Bis 2015 ist geplant, dass deutschlandweit zehn neue Kohle- und Gaskraftwerke in Betrieb genommen werden. In Sachsen plant Vattenfall bis 2020 eine stetige Erhöhung seiner Förderplanung auf bis zu 30 Mio. t Braunkohle pro Jahr. Vattenfall betreibt hier die Braunkohletagebaustätten Nochten und Reichwalde (Lausitz), die MIBRAG das Vereinigte Schleenhain und Profen (sächsicher Teil). Nichtsdestotrotz wird sich ab 2013 auch die sächsische Braunkohle stetig verteuern, wenn die Stufe II im EU-Emissionshandel mit CO2-Zertifikaten in Kraft tritt.

Braunkohle machte 2009 25 Prozent an der Bruttostromerzeugung Deutschlands aus. In Sachsen betrug dieser Anteil gut 80 Prozent und ersetzt somit – im Vergleich zu Gesamtdeutschland – den Anteil der Erzeugung von Strom aus Atomenergie und Steinkohle. Seit Jahren betont die sächsische Staatsregierung, dass Braunkohle unverzichtbar im Energiemix des Landes sei. Ein zukunftsfähiges Energieprogramm für Sachsen fehlt bis heute.

Christian Breyer wird in seinem Seminar auf Alternativen zur Braunkohleverstromung eingehen, sowohl im Hinblick auf die Energieversorgungssicherheit als auch auf die nachhaltige Wirtschaftlichkeit und die lokale Wertschöpfung. Die Belastbarkeit und die Potenziale dieser Alternativen werden mit der Braunkohleverstromung verglichen, um Möglichkeiten für die weitere Entwicklung der Braunkohle aufzuzeigen. Sachsen ist deutschlandweit Schlusslicht beim Ausbau erneuerbarer Energien.

Zur Person:

Christian Breyer beschäftigt sich bei Q-Cells, dem internationalen Photovoltaik- Unternehmen aus dem Solar Valley nördlich von Leipzig, mit den Konsequenzen einer vermehrten Elektrizitätsbereitstellung durch Photovoltaik auf die Energiemärkte. Dem Physiker und Ingenieur der Energiesystemtechnik ist dabei der Blick auf die ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit besonders wichtig.

Wann: 06. April 2011, 18-20Uhr

Wo:

Universität Leipzig / Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Universitätsstraße (Seminargebäude)

Raum S203

Weitere Informationen: http://www.gruene-leipzig.de/

Leipziger Internetzeitung: Panik? Hysterie? Energiemix? – Auch Sachsen muss sich sputen beim Ausbau alternativer Energieversorgung, URL: http://www.l-iz.de/Wirtschaft/Metropolregion/2011/03/Sachsen-muss-sich-sputen-beim-Ausbau-alternativer-Energieversorgung.html, 29.03.2011.

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2011
03.31

Informationsstand und Vortrag zur Agro-Gentechnik

Der Kreisverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leipzig informiert am Montag, den 4.4. von etwa 15.30 bis 17 Uhr in der Petersstraße vor der Thomaswiese über die Risiken der Agro-Gentechnik.

"80 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher lehnen gentechnisch veränderte Organismen in Lebens- und Futtermitteln konsequent ab und fordern ein Verbot des Anbaus", fasst Vorstandssprecherin Stefanie Gruner verschiedene Befragungen zusammen. Und dies aus gutem Gründen: Genpflanzen bergen das Risiko unkontrollierter Verbreitung. Veränderungen können unbeabsichtigte Nebenfolgen, wie das Auftreten neuer Allergien hervorrufen. Zudem bleiben die Befürworter der Agro-Gentechnik den Nachweis schuldig, dass Genpflanzen Vorteile für Verbraucher oder nachhaltige Landwirtschaft bringen. Die Genkartoffel AMFLORA ist beispielsweise völlig unnötig, da konventionelle Sorten mit den gleichen Eigenschaften zur Verfügung stehen. Agro-Gentechnik schafft Monokulturen auf dem Acker, Abhängigkeiten von großen Chemiekonzernen und Risiken für Mensch und Umwelt. "Agro-Gentechnik widerspricht dem grünen Ziel einer zukunftsfähigen, umweltgerechten Landwirtschaft, die sich an biologischer Vielfalt und an den Verbraucherwünschen orientiert," kommentiert Claudia Maicher, Sprecherin des Landesvorstandes von Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen.

Eine 3,5 m hohe aufblasbare "Genkartoffel" soll die Aufmerksamkeit auf das Thema lenken. Die Aktion ist deshalb auch für die Fotoberichterstattung geeignet. Einen Eindruck vermitteln die Fotos im Anhang.

Der Infostand wird unter anderem betreut von der grünen Landessprecherin Claudia Maicher, der Sprecherin des Kreisverbandes Stefanie Gruner sowie dem früheren Bundestagsabgeordneten Peter Hettlich.

Die Aktion soll auch auf einen Vortrag von Louise und Percy Schmeiser aufmerksam machen. Die beiden Farmer haben 2007 für ihren Kampf gegen die Agro-Gentechnik den Alternativen Nobelpreises verliehen bekommen. Der Vortrag findet am 6.4. um 20.00 Uhr in der Schaubühne Lindenfels statt. Der Eintritt ist frei.

Plakat Leipzig klein.pdf Download this file

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2011
03.30

„Ohne ein generelles Umdenken in der Bevölkerung wird es nicht gelingen, die von der Stadt aufgestellten CO2 Reduktionsziele zu erreichen und den entscheidenden Schritt hin zu einer Klimaneutralen Stadt und damit in die postfossile Zukunft zu schaffen“, fasste Jürgen Kasek, Vorstandssprecher von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Leipzig die Ergebnisse der Leipziger Klimakonferenz, die am Dienstag Abend in Leipzig stattfand, zusammen.

„Insgesamt ist deutlich geworden, dass es nicht ausreichen wird, Ziele zu formulieren oder Planungen aufzustellen, wenn es nicht gelingt, die Bevölkerung stärker einzubinden und in einer breiten gesellschaftlichen Debatte über die Zielvorstellungen zu diskutieren“, so Kasek.

Leipzig hat die Möglichkeit eine Spitzenposition beim Thema „Klimaschutz“ einzunehmen. Hier besteht auch die Gelegenheit die vielen in Leipzig vorhandenen positiven Ansätze und Initiativen stärker mit einzubeziehen. Leipzig hat durch die Universitäten, das UFZ, das IFT, die Energiecity Initiative ein großes aber bislang bei weitem nicht ausgeschöpftes Potential.

Hier fehlt es vor allem auch an einem Umdenken der Handelnden Kommunalpolitiker. Gerade wenn man die Singulardiskussionen im Verkehrsbereich betrachtet, ist vielen Stadträten offensichtlich nicht klar, vor welchen Herausforderungen und Chancen wir stehen.

Schon heute besteht die Möglichkeit auch Altbauten auf Passivhausstandard zu sanieren und damit den Energieverbrauch massiv zu senken. Diese Projekte bleiben jedoch bislang vereinzelt, da sowohl die Förderbedingungen als auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zum Beispiel für die Wohnungsbaugesellschaften nicht ausreichen.

Gerade die kommunalen Unternehmen können und müssen hier eine Vorreiter Rolle einnehmen. Insbesondere die Stadtwerke können hier deutlich mehr tun um den Weg in die postfossile Gesellschaft zu ermöglichen. Dazu fehlt es aber bislang am politischen Willen in der Stadt und dem entsprechenden Beschlüssen.

Mit der Vorstellung des neuen Klimakonzeptes der Stadt im Juni müssen wir mit allen Bürgern in eine politische Debatte eintreten um die Ziele zu diskutieren und aufgestellte Punkte umzusetzen. Klimaschutz ist immer auch eine Möglichkeit, eine Möglichkeit für neue Jobs, für ein höheres Lebensgefühl, für verbesserten Gesundheitsschutz und damit für die Zukunft unabdingbar.

BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Leipzig fordern daher, dass das Thema Klimaschutz ernster genommen werden muss und die Stadt eine breite Bürgerbeteiligung schon vor der endgültigen Beschlussfassung ermöglichen muss.

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2011
03.30

Angesichts des Anblicks tausender gefällter Bäume auf den Leipziger Deichen und der damit verbundenen Gesamtsituation des Auwaldes macht sich beim Vorstandssprecher des Kreisverbandes Leipzig von Bündnis 90/Die Grünen, Jürgen Kasek, vor allem Frust breit. „Die Massen an gefällten Bäumen und totem Holz führen uns leider in beeindruckender Weise vor allem die Machtlosigkeit der Stadt Leipzig vor Augen. Eine Maßnahme, die im Grunde höchst umstritten ist, wird von einer entfernten Landesbehörde angeordnet und die Stadt kann oder will nichts dagegen unternehmen. Selten ist die Illusion einer scheinbar alternativlosen Maßnahme so vehement aufrecht erhalten worden. Das auf einige der gefällten Bäume ‘Wut’ gesprüht wurde, spricht mir aus dem Herzen.“

Weil die Fällung der Bäume kein politischer Entschluss war, sondern ein reiner Verwaltungsakt, der von der Landestalsperrenverwaltung beantragt und vom Amt für Umweltschutz genehmigt wurde, blieb eine öffentliche Diskussion weitgehend aus.

„Da über den Hochwasserschutz, wenn überhaupt, auf Landesebene politisch entschieden wird, erscheinen die Verfahren und Entscheidungen hier in Leipzig wenig transparent,“ erklärt Kasek hierzu.

Entsprechend fordert Kasek zumindest für das weitere Verfahren mehr Transparenz und öffentliche Beteiligung. „Welche Mittel stehen für Ausgleichsmaßnahmen zur Verfügung? Welche Ausgleichsmaßnahmen sind geplant? Zumindest in diesem Bereich hat die Stadt Spielräume. Ich fordere jetzt eine öffentliche Diskussion darüber, welche Ausgleichsmaßnahmen möglich und für den Auwald am besten wären. Das kann nicht allein die Entscheidung einer Behörde sein. Wir brauchen dringend eine Debatte über Bedeutung und Zukunft des Auwaldes in Leipzig. Hier ist vor allem Bürgermeiser Rosenthal gefordert, die Bürgerbeteiligung, die auch seine Partei immer wieder einklagt, zu ermöglichen!“

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